Gemeindereise: Kathedralenstrasse in Frankreich
Gotik, Gotik, Gotik und daneben feines französisches Essen und mittelalterliche Städtchen. Unsere Gruppe wuchs schnell zu einer Gemeinschaft zusammen, wir haben viel miteinander gesungen, gespielt und uns gegenseitig unterstützt. So können wir auf eindrückliche und auch anstrengende gemeinsame Reisetage zurückblicken. Dies tun 2 der Mitreisenden mit ihren Berichten hier. Viel Vergnügen beim Lesen!
Anita Zocchi,
Reisebericht von Catherine Langlois
Eine kleine Gruppe von 16 Reisenden brach am 6. Juni voll Vorfreude und Erwartungen zur Kulturreise nach Frankreich auf.
Unsere Reisebegleiterin Anita Zocchi hielt unterwegs nicht nur die «Schäfchen» zusammen, auf dass keines verloren gehe. Sie sorgte auch dafür, dass wir uns bald als Gemeinschaft fühlten – schon am ersten Abend mit Kennenlern-Spielen, und immer wieder mit Singen. Das sorgte für gute Stimmung.
Ein erstes Highlight der Reise war das Singen in einer gut erhaltenen kleinen Seitenkapelle der ehemaligen Kathedrale in Cluny. Wir waren überrascht vom Klang und staunten über die Akustik: Das klang ja wie ein grosser Chor! Ein paar Tage später, in einem Refektorium, einem früherem Esssaal der Mönche, gab es erneut ein solches Erlebnis. Die Akustik war so grossartig, dass wir alle tief berührt wurden beim Singen. Unvergesslich!
Die riesigen Kathedralen mit ihrer harmonischen Architektur und den eindrücklichen Glasfenstern liessen uns schon von aussen staunen. Da waren so viele Figuren zu entdecken. Und als wir eintraten, entfuhr uns oft ein «Oh!» und «Ah!» Das umfangreiche architektonische, geschichtliche und biblische Wissen unserer einheimischen Reiseleiterin lieferte uns die nötigen Informationen dazu – manchmal mehr, als wir aufnehmen konnten.
Die Kathedrale von Reims war gewiss ein Höhepunkt, auch wegen der Glasfenster von Chagall mit ihrem schönen Blau. In Chartres konnten wir das berühmte Labyrinth leider nicht bewundern – es war mit Stühlen bedeckt und ist nur freitags zu besichtigen. Dafür wurden wir mit einem wunderschönen Labyrinth in einer anderen Kathedrale entschädigt.
Beeindruckend waren auch die mittelalterlichen Städte und Städtchen, mit ihren uralten Fachwerkhäusern und dem Kopfsteinpflaster. So genossen wir nicht nur den Besuch der Kathedralen, sondern auch diverse Spaziergänge durch die alten Gassen, so z.B. in Chartres.
Ja, die Reise war manchmal anstrengend – gerade das Laufen auf dem alten Pflaster – doch auch sehr lohnend. Wir haben 14 Kirchen und Kathedralen besichtigt und an 5 verschiedenen Orten übernachtet in 9 Tagen. Ein reichhaltiges Programm! All die vielen Eindrücke müssen noch verdaut werden.
Wir haben die Reise jedoch genossen, nebst der Kultur auch das gute französische Essen und ab und zu einen Aperitif. Am Mittag konnten wir uns individuell verpflegen, abends gab es ein gemeinsames Essen im Restaurant. Die Gemeinschaft in der Gruppe war auch bereichernd, mit gemeinsamen Erlebnissen, Gesprächen, Liedern, Spielen… und am zweitletzten Tag der Reise sogar ein Rösslispiel! In den meisten grösseren Städten in Frankreich ist ein solches auf dem Marktplatz anzutreffen. Dass alle aus unserer Reisegruppe sich motivieren liessen, sich aufs Karussel zu setzen, zeigt, dass wir auch gemeinsam Spass hatten und Glücksmomente erleben durften. Frankreich hat sich uns von seiner besten Seite gezeigt.
Reisebericht von Eva Stauffer
Ein «Grüppli» von 16 Personen, die meisten aus unserer Ref. Kirchgemeinde, machte sich am Morgen vom 6. Juni 2024 auf, um von Münsingen nach Frankreich zu fahren. Vor dem Kirchgemeindehaus wurden wir von unserer Reiseleiterin Frau Anita Zocchi und vom Carchauffeur Herr Oli Dux empfangen.
An diesem ersten Reisetag war unser Ziel Cluny, im Departement Bresse, wo wir den ersten Abend und die erste Nacht verbrachten.
Am nächsten, zweiten Reisetag besichtigten wir die Benediktiner-Abtei in Cluny. Die gut erhaltene Abtei mit der Klosterkirche war eine gute Einstimmung auf die in den nächsten Tagen zu besichtigenden gotischen Kathedralen. Weiterfahrt nach Reims im Nord-Osten von Frankreich, in der Weinbauregion Champagne, zum Übernachten in Mâcon, wo wir uns mental und kulinarisch etwas intensiver auf Frankreich einlassen konnten.
In Mâcon stiess die lokale deutschsprechende Reisebegleitung, Frau Elke Commartin, zu uns. Sie hat uns ab dem zweiten bis zum letzten Reisetag rund um die Uhr begleitet.
Am nächsten, dritten Reisetag: Besichtigung der gotischen Kathedrale Notre-Dame in Reims. Sie war die frühere Krönungskirche der Könige Frankreichs. Wie mächtig die Aussenmasse und wie schön und gleichzeitig stimmig das Innere dieser Kathedrale. Einfach atemberaumend! Diese Kathedrale ist architektonisch eine der bedeutendsten gotischen Kathedralen und enthält u.a. Glasfenster von Chagall. Sie gehört seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wir fuhren am gleichen Tag weiter zur frühgotischen Kathedrale in Laon und dann nach Compiègne, wo wir drei Abende und Nächte verbrachten.
Von Compiègne aus besuchten wir am nächsten, vierten Reisetag gleich drei frühgotische Kathedralen, nämlich diejenige in Noyon, in Senlis und in Soisson.
Spätestens nach diesen drei Besichtigungen war unser Wissen über gotische Kathedralen schon ziemlich umfangreich, Frühgotik, Hochgotik, Spätgotik, usw. Uns «rauchten» die Köpfe….
Der fünfte Reisetag führte uns zur Kathedrale von Amiens. Diese Kathedrale gilt als die grösste von Frankreich und gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dank ihrer raschen Bauzeit gilt sie auch als die stilistisch einheitlichste und harmonischste. Auch diese gotische Kathedrale: einfach umwerfend!
Gleichentags fuhren wir weiter nach Beauvais. Dort erwartete uns die gotische Kathedrale St-Pierre. Sie ist eine «Rumpf-Kathedrale», d.h. sie wurde – wegen zu ehrgeizigen Bauplänen und den damaligen technischen Herausforderungen – nie fertig gebaut. Die Kapelle jedoch war intakt. Dort war eine unglaubliche Akustik, was Anita Zocchi und unsere Reisegruppe zum Anlass nahm, ein Kirchenlied zu singen. Schön und andächtig war es, so «Hühnerhaut-mässig».
Am sechsten Reisetag gings nach Paris. Die sich im Wiederaufbau befindende Kathedrale Notre-Dame de Paris konnte nur von aussen besichtigt werden. Wir durften jedoch die royale Grabkirche St-Denis, das Musée de Cluny sowie die Sainte-Chapelle, einem Meisterwerk der Gotik, besuchen und bestaunen.
Nach Paris machten wir uns am siebten Reisetag auf nach Chartres. Die Kathedrale Notre-Dame in Chartres ist das Urbild der hochgotischen Kathedralen. In Chartres hatten wir vor dem Abendessen/dem Übernachten etwas freie Zeit für uns persönlich.
Am achten Reisetag besichtigten wir die gotische Kathedrale in Sens, einer Schwesterkirche von St-Denis. Gleichzeitig fuhren wir langsam aber sicher gegen Süd-Osten, d.h. zurück Richtung Schweiz, besuchten aber an diesem Tag eine letzte gotische Kathedrale, nämlich in Troyes. Wir machten aber auch noch einen Spaziergang durch Troyes und genehmigten uns in der mittelalterlichen Altstadt auf der Terrasse einer Bar einen gemeinsamen Apéro. Das letzte Abendessen und die letzte Übernachtung verbrachten wir in Troyes.
In Troyes verliess uns unsere lokale Reiseleiterin, Frau Commartin. Sie fuhr mit dem ZGV in ihr Zuhause nahe Paris zurück. In Sachen Gotik war Frau Commartin ein wandelndes Lexikon und ein Glücksfall für unsere Reisegruppe. Frau Commartin hat uns nicht nur über Gotik, sondern auch viel über Land und Leute Auskunft gegeben. Zudem hat sie unsere Reisegruppe jederzeit professionell und umsichtig geführt und beraten. Sie hat uns stets ermahnt, immer als Gruppe dicht zusammen zu bleiben und immer unser Handgepäck gut zu schützen. Vor den Besichtigungen mit Eintrittsgeld oder/und mit Reservation für Besichtigung als Reisegruppe hatte sie stets die Reservationen erledigt und die Eintrittstickets besorgt, so dass wir als Reisegruppe vor den Eingängen nie allzu lange anstehen und warten mussten.
Am neunten Reisetag gings über Dijon und den französischen Jura zurück in die Schweiz, nach Hause. Eine sehr tolle und überaus interessante Reise ging zu Ende. Doch es war mental anstrengend. Die vielen Informationen mussten – und müssen immer noch – verarbeitet werden. Es war aber vor allem auch körperlich anstrengend. Viele Unebenheiten auf altem Kopfsteinpflaster, alte Toreingänge mit hohen Türschwellen, viele Treppenstufen sowie die Wege zu den und weg von den Sehenswürdigkeiten mussten zu Fuss bewältigt werden.
Aber die gute Vorbereitung der Reise durch Anita Zocchi und ihrer umsichtigen Reiseleitung hat uns sehr viele schöne und positive Eindrücke gegeben. Anita Zocchi räumte während der ganzen Reise immer auch Momente mit kurzen Andachten und stimmigen Kirchenliedern ein. Trotz des zeitlich gedrängten Programms liess uns Anita Zocchi auch genügend Zeit und Raum für uns persönlich. Zudem hat die gute Stimmung innerhalb der Reisegruppe, die sorgfältige Fahrweise des Carchauffeurs sowie die professionelle, deutschsprechende Reisebegleitung absolut zum Gelingen dieser tollen Reise beigetragen.