Anita Zocchi

Gemeindereise 2026

Landschaft (Foto: Anita Zocchi)

Gemeindereise 2026: «Toskana und Umbrien» – eine Pilgerreise zu Franziskus von Assisi
Anita Zocchi,
Berichte von Teilnehmenden (Anna, Annarosa, Beat, Catherine, Christine, Denise, Erika, Patricia und Therese)

1) Berichte zur gesamten Reise:
La Dolce Vita erleben (= „das süsse Leben“, typische italienische Lebenseinstellung…) – so stand es im Reiseprospekt.
Während unserer Reise durften wir allerlei Highlights erleben, mit allen Sinnen in vollen Zügen geniessen.
Mit dem Bus, gefahren von einem sehr kompetenten, hilfsbereiten und äusserst angenehmen Chauffeur, fuhren wir nach Italien, durch die Traumlandschaften der Toscana und Umbrien.
Die blühenden Ginstersträucher zauberten leuchtende, gelbe Farbtupfer in sanfte Hügellandschaften, die typischen Zypressen und Pinien, sowie die Grautöne der Olivenhaine, die Farbpalette wurde mit den unterschiedlichen Brauntönen der reifenden Getreidefelder ergänzt – einfach eine Pracht.
Am dritten Reisetag besuchten wir San Gimignano, dieser Ort liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Siena und Florenz. Die Altstadt ist von einer Schutzmauer aus dem 11. Jahrhundert umgeben, besteht aus vielen kleinen Gassen, den 12 hohen Türmen (darum auch Manhatten der Toscana genannt), die Piazza della Cisterna und Piazza del Duomo. Es war ein heisser Sommertag, nicht verwunderlich, dass beinahe alle Besucher sich an einem Gelato erfreuten und durch die Gassen schlenderten oder am Schatten sassen. Laut Medien ist in San Gimignano eine der weltbesten Gelateria „Dondoli“.
Der sechste Reisetag führte uns nach Assisi – auf den Spuren der Heiligen Franziskus (geb. 1182, gestorben am 3.10.1226) und Klara. Die Basilika San Francesco in Assisi und die sehr nahe gelegene Kirche Santa Chiara in San Damiano waren sehr eindrückliche Orte, an denen es Einblick in das Leben und Wirken von Franziskus und Klara gab. Das Feiern des gemeinsamen Gottesdienstes innerhalb der Reisegruppe in der Wallfahrtskirche berührte mich sehr. Der gewählte Predigttext von Pfarrerin Anita Zocchi war der Sonnengesang von Franziskus. Wie wunderschön, dass wir als Reisegruppe immer wieder Lieder sangen, sei es in Kirchen, Kapellen oder im Bus. Die Liederstrophen, ausgewählte Reisesegen und oder das Franziskanische Gebet begleiteten uns täglich.
Voller Dankbarkeit, reich an einer Fülle von Erlebnissen und Eindrücken, kamen wir wohlbehalten nach einer Woche wieder nach Münsingen zurück.

Laudato si o mi Signore – eine Gemeindereise in das gelobte Land von Francesco von Assisi – in die Toscana und Umbrien
Eine Reise in die Toscana und Umbrien im Mai ist schon eine Laudatio an die ganze Fülle der Schöpfung Gottes und aller Kreatur, eine Laudatio an so viel Reichtum und Schönheit, so viel Licht und Farbenpracht. Blühender, gelber Ginster umsäumt die Strassen und die Landschaft, Felder,Rebberge, Olivenhaine in allen Grüntönen umschmeicheln die Landschaft, vielerorts fallen die schlanken Zypressenalleen ins Auge, majestätische Pinien recken sich gen Himmel, Linden verströmen ihren fein süsslichen Blütenduft in alle Winde – zusammenfassend, einfach traumhaft schön für alle Sinne.
Ganz besonders gestaunt haben wir über die Blüten des Granatapfelbaumes und die einzigartigen Blüten der Passionsblume, entzückt waren wir über die Farbenpracht der der Rosen. Wir haben Gott gepriesen in den verschiedenen wunderschönen Kirchenräumen in Betrachtung, Gebet, Gesang und Stille.
Das Land, wo Francesco von Assisi gelebt hat, hat ihn geprägt und hat ihm eine einzigartig nahe Natur- und Gottesbeziehung gebracht. Sein Sonnengesang ist eine Lobeshymne und Ausdruck tiefster Dankbarkeit für das, was da ist. Das Herz wird weit, in mir wird alles still, berührt ob der ganzen Pracht. Allgegenwärtige Kraft, allgegenwärtige Schönheit, allgegenwärtige Nähe und Präsenz Gottes.
Wir haben verschiedene Städte und wunderschöne Gotteshäuser besucht. Das Highlight war für mich das Erklimmen des Hügels bei San Galgano und der Besuch einer kleinen, runden Kirche von Montesiepi, ganz schlicht gebaut, mit einer einzigartig guten Akustik. Dort drinnen sind wir einen Moment lang hingesessen, haben teilweise Gedenkkerzen angezündet und haben den Raum wirken lassen. Nach der Stille sangen wir zusammen einige passende, geistliche Kanons und Lieder. Dieser Moment des gemeinsamen Lobens berührte mich zutiefst, ich war mir auf der ganzen Reise nie so nah, wie in diesem Augenblick.
Getragen hat mich die Gemeinschaft der Reisegruppe unterwegs, das Miteinander, das Zuhören und aufmerksam machen, das aufeinander Warten, der gemeinsame Gesang und Lobpreis, das gemeinsame Gebet, die Stille, der Austausch und die Gespräche untereinander, die Tischgemeinschaft und das Vertrauen in die Leitung, Begleitung und Organisation der Reise.
Natürlich gab es auch architektonische und kulinarische Höhepunkte, alles in allem eine gelungene zusammengestellte Vielfalt.
Diese Art zu reisen, diese Förderung des gemeinsamen Unterwegs-Seins in christlichem Sinn, ist ein Gemeinschaft förderndes und Beziehung schaffendes, wertvolles Angebot der reformierten Kirchgemeinde von Münsingen. Danke, für die tolle Reiseleitung, danke für das Angebot. (Patricia)
Wir besuchten einige Orte und Städte auf unserer Pfarreireise. In der Toscana sind ältere Orte und Städte auf die Hügel gebaut, Orte, die gemeinschaftliches Zusammenleben möglich machen und in denen auf dem höchsten Punkt meistens das Gotteshaus, die Kirche steht. Es sind Orte und Städte, die sich optimal auf den Stand der Sonne ausrichten, mit der besten Ausnutzung von Licht und Schatten. In den Gassen ist es nicht drückend heiss, sie sind schmal konzipiert und meistens im Schatten. Dort säumen sich auch die Läden zum Einkaufen, dort gibt es verschiedene Bars und Bäckereien mit kleinen Tischchen draussen zum Verweilen und Sein.
Viele lauschige Städtchen in der Toscana und Umbrien sind gut aufgebaute Systeme des Eingebundenseins in eine Städteordnung und in die Glaubenstradition der christlichen Kirche. Alles ist vorhanden, alles ist beisammen. Regierungspaläste zeugen von Wichtigkeit, Kirchen erstrahlen in ihrem Glanz von architektonischer Meisterleistung. Oft sind die Ringmauern und Stadttore zum Schutz der Städte noch intakt. Der öffentliche Verkehr bleibt fast überall draussen, und Autos müssen sich an strenge Parkplatzmöglichkeiten halten.
Einstmals wurde so viel Können in Architektur und Kunst investiert, sicher ein Ausdruck tiefsten Glaubens an den einen Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Das Licht, das in die Gotteshäuser hineinstrahlt, wurde durch prachtvolle Fenster und Rosetten einzigartig schön aufgefangen. Die Kirchenräume wurden formschön und mit edelstem Baumaterial ausgestattet. Fussböden waren aus Marmor und teilweise reich verziert mit Graffitis und Mosaiken, die biblische Geschichten und Heiligengeschichten darstellten. Nicht wegzudenken sind die Altarräume und Apsiden, edel und reich gestaltet. Vielerorts gehörte auch eine grosse Orgel in den Altarraum.
Die Ausstattungen in den Gotteshäusern, die wir gesehen haben, zeugen aus einer Zeit, wo das Volk, die Gemeinde zusammenkamen, um zu feiern, zu beten und zu verweilen in Stille. Heute haben wir den Besuch von Kirchen erlebt, wo der Touristenstrom mächtiger geworden ist denn je. In einigen imposanten Gotteshäusern ist der Tourismus so stark geworden, dass es kaum noch Nischen gibt, um zu verweilen und still zu werden. Es fehlten schlichtweg sogar Möglichkeiten, um sich hinzusetzen. Das Sichtbare im Raum, der materielle Reichtum, die einzigartige Architektur, die kunstvolle Ausstattung, war Anziehungsmagnet, für die Betrachter eher ein musealer Besuch der Gotteshäuser. Für das Eigentliche, das Unsichtbare, waren einzelne, kleinere Nischen da und der Raum, der wirkte.
Die Toscana und Umbrien bieten einige Kraftorte mit Rückzugsmöglichkeiten in die Stille. Als Gemeindereisende waren wir auch immer als Christengemeinschaft unterwegs. Im Reisebus übten wir jeweils spirituelle Lieder und beteten miteinander. Auch bei unseren Besuchen in sakralen Räumen stimmten wir mehrstimmig gemeinsame Lieder an, wir beteten, dankten und hielten einen Moment still inne. Insofern unterschieden wir uns eben von gewöhnlichen Touristen. Wir waren als Gemeinschaft in Beziehung zu Gott in den Kirchenräumen und wir betraten den Raum würdig und respektvoll. Es gab immer Gelegenheiten des Austauschs untereinander, besonders an den Tischgemeinschaften und während der Busfahrt. Insofern war die ganze Reise für mich auch eine Pilgerreise mit dem Ziel, in Assisi anzukommen. Danke für die wunderschöne Erfahrung!

2) Einzelne Highlights

Ausflug nach Perugia
Malerische Landschaft mit Pinien, Zypressen, auf den Hügeln wie eine Kappe die ziegelroten Häuser eng aneinandergeschmiegt. Toscana.
Zum Glück bringt uns Uli mit dem Bus immer soweit irgendwie möglich nahe an die Sehenswürdigkeiten.
Trotzdem kostet es einige Schweisstropfen durch die engen, stetig steigenden Gässli und Treppen zu Stadtplatz und Kirche zu gelangen.
Eine Ausnahme: Perugia. Endlose Rolltreppen bringen uns mühelos hinauf in die Stadt. Und der Abstieg knieschonend mit dem unbemannten Zügli, der Mini-Metro. Wir staunen. Super! Bequem, fröhlich, ohne Knieschmerzen erreichen wir den wartenden Bus.

San Damiano
Mir ist der Gottesdienst vom Montag in San Damiano tief im Herzen geblieben. Weit entfernt vom Rummel spürte ich die Botschaft, die Franziskus uns mitgegeben hat. Einfachheit und Demut. Leider ging dieser Gedanke im Laufe der Jahrhunderte unter in Tourismus und Kommerz. Die sakralen Bauten sind wunderschön und mit viel Kunstsinn gestaltet, doch hat mich die Natur und das Licht der Toskana noch tiefer berührt. Ich habe noch nie einen Bericht geschrieben von einer Reise, doch keine hat mich so beindruckt wie diese.

Danke, ich bin gut wieder zu Hause angekommen. Mit vielen schönen Erinnerungen und Erlebnissen!
Und ich singe Taizé-Lieder beim Kochen, beim Putzen und so weiter…
Es war eine wunderbare Reise, die mir so viel gegeben hat, dass ich noch lange davon zehren kann! Danke Anita und Sybilla von ganzem Herzen für alles.
Jeder Tag war für mich eine neue Entdeckung und durch die Reiseleiterinnen erfuhren wir Details, die wir sonst nicht beachtet hätten.
Ganz besonders war für mich die Abtei San Galgano in dieser wunderschönen Landschaft. Die Kirchenruine steht immer noch da und man kann von innen und aussen die Kraft spüren, der dieser Ort immer noch ausstrahlt.
Mein absolutes Highlight war San Damiano. Dieser spirituelle Ort wo der heilige Franz von Assisi gewirkt hat, interessierte mich schon lange und es war mein Wunsch, einmal dort zu sein.
Ich sage nochmals Danke für die Organisation dieser tollen Reise!

San Gimignano
Die Gemeindereise 2026 - acht Tage voll wunderbarer Erlebnisse, Gemeinschaft, Schönheit in Landschaft, Architektur und Kunst und kulinarischen Genüssen!
Ich möchte ein Erlebnis herauspicken: Ein besonderer Moment hat sich mir eingeprägt - da, wo ich es am wenigsten erwartet habe. San Gimignano, die Stadt der Türme, ist einer der grössten Touristenmagnete in Italien und dementsprechend überfüllt. Ausgerechnet an diesem Ort fanden wir die Stille. Wir gingen durch die zentrale Gasse hinunter und traten auf der rechten Seite durch eine unauffällige Türe. Als sich meine Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten, sah ich, dass es sich offenbar um eine Kapelle handelte. Nur ganz hinten war ein einziges farbiges Glasfenster mit der Figur des Stadtheiligen zu sehen. Kaum war ich über die Schwelle getreten, geschah etwas Überraschendes: Es wurde still, ganz still - aussen und innen. Ich setzte mich in eine Kirchenbank. Ausser unserer Gruppe befand sich niemand im Raum. Da stimmte Anita wie so oft, ein Lied an. Wir sangen mehrere Lieder, "dona nobis", "ubi caritas" usw. Die Lieder hatten wir auch schon im Bus gesungen, doch in dieser Kapelle war der Klang so voll und schön, dass ich tief berührt war. Ich spürte, wie sich etwas in mir löste, eine Anspannung von mir abfiel... ein magischer Moment.

Die Landschaft
Ich würde dir so gerne von einem Highlight während der Umbrien-Woche berichten. Das wären sicher die Basiliken und die Krypta von Assisi gewesen, wären da nicht so viele Menschen auf dem gleichen Weg gewesen. Mein Körper war eigentlich noch nicht bereit, all die "Strapazen" auf sich zu nehmen. Deshalb ist mein Highlight, dass ich überhaupt gewagt habe, mitzukommen. Ich bin sehr froh, war ich mit euch! Im ersten Land, das ich als junges Mädchen besucht habe. In einer Gegend, die ich höchstens durchfahren habe... Und ja die Landschaft, das war ein Highlight! Da musste ich mich nicht anstrengen, konnte aus dem Bus heraus geniessen.
Ich bin Anita und Sybilla sehr dankbar für ihre Unterstützung. Das war ein wunderbares Gefühl des Aufgehobenseins!

Das Abendessen im Hotel
Nach einem interessanten Tag war das Abendessen im Hotel ein besonderer Höhepunkt unserer Italienreise. Jeden Abend wurde uns ein typisch italienisches Menü serviert mit Antipasti, Primo Piatto, Secondo Piatto und ein Dolci. Es war einfach köstlich.
Sekretariat
Ref. Kirchgemeindehaus Münsingen
Schlossstr. 11
3110 Münsingen
031 720 57 57
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9-12, 14-17 Uhr.
Während den Schulferien nur Vormittags geöffnet.
Termine ausserhalb dieser Zeiten nach Vereinbarung.
In dringenden Fällen kontaktieren Sie eine Pfarrperson.

Impressum
Bereitgestellt: 29.06.2026     Besuche: 6 heute