Neujahr 2024
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Neujahrsgedicht von Dietrich Bonhoeffer, geschrieben zum Jahreswechsel 1944/45 aus der Haft.
Christoph Beutler,
Der Jahreswechsel lädt uns ein zum Innehalten. An der Schwelle zum neuen Jahr schweift der innere Blick zurück auf den Gang durch das Jahr 2023.
Wir entdecken dabei sicher viele schöne und erfüllende Stunden, die uns geschenkt waren und für die wir im Rückblick dankbar sind.
Da sind aber auch die schwierigen Momente, geprägt von Enttäuschungen, von Krankheiten, von Schmerzen, von Trauer und Abschied.
Auch die grosse Weltlage lässt uns nicht unbeschwert den Jahreswechsel feiern, denn sie erscheint nochmals schwieriger als vor einem Jahr: Kriege und Katastrophen prägen die Stimmung, ungelöste Probleme warten auf verlässliche Lösungen.
Zudem wird das Leben teurer. Die steigenden Mieten und Krankenkassenprämien schränken den Spielraum für viele Menschen drastisch ein und machen bewusst, dass es auch in der Schweiz nicht für alle und nicht immer aufwärts geht.
Was das neue Jahr 2024 uns persönlich und der Weltgemeinschaft bringen wird, muss am Jahresanfang zwangsläufig noch offenbleiben.
Was uns aber bleibt, ist die Gewissheit, die uns an Weihnachten in Erinnerung gerufen wurde: Gott sagt JA zu uns, er sucht und findet in Jesus unsere Nähe. In den Stürmen dieser Zeit gibt uns das Vertrauen auf seine Treue den festen Boden unter die Füsse, den wir brauchen, um mutig und getrost das neue Jahr in Angriff zu nehmen und zu gestalten.
Die Liederdichter, deren Texte wir in den Neujahrsliedern singen, schenken uns Worte, die wir auch im persönlichen Gebet, in der Stille an Gott richten können.
Dietrich Bonhoeffer lädt uns mit seinem Gedicht - geschrieben aus der Haft und wenige Monate vor seinem Tod – ein, mit Gottes Wirken zu rechnen.
Zwei weitere Neujahrslieder möchte ich hier noch nennen, die kurz vor resp. am Ende des zweiten Weltkrieges entstanden und in den grossen Wirren dieser Zeit eindrücklich auf Gott hinweisen, der auch in schweren Tagen mit uns allen geht.
Herr der Stunden, Herr der Tage,
sieh, wir stehn in deiner Hand;
aus dem Meer von Leid und Klage,
führe uns aufs feste Land.
Herr der Jahre, Herr der Zeiten,
dir sind wir anheim gestellt;
wollest unsre Schritte leiten,
Herr der Menschen, Herr der Welt.
(RG 553 - T: Hermann Hiltbrunner, 1945)
Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last,
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ,
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
Der du allein der Ewge heisst,
und Anfang, Ziel und Mitte weisst,
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.
(RG 554 – T: Jochen Klepper 1938)
Wir wünschen Ihnen alles Gute, gute Gesundheit und Gottes Segen im neuen Jahr.