3. Abendmusik
«Les mystères de la nuit» – Ein romantisches Programm mit dem Frauenchor Lyss, dem Berner GenerationenChor, der Sopranistin Emilie Inniger, dem Tenor Moritz Achermann und dem Orchester Münsingen unter der Leitung von Joel Zeller. Der Dirigent schreibt dazu:
Caroline Marti,
«Les mystères de la nuit»
Gabriel Fauré komponierte mit 19 Jahren das Cantique de Jean Racine für gemischten Chor und Orgel. Mit diesem Werk schloss er sein Studium in Paris ab. Gut 30 Jahre später schrieb Fauré Pelléas et Mélisande. Ursprünglich als Schauspielmusik komponiert, machte sich der Komponist bald daran, das musikalische Material für eine Orchester-Suite umzuarbeiten. Dieses reizvolle Stück sollte sich zu einer von Faurés beliebtesten Kompositionen entwickeln.
Camille Saint-Saёns’ 1900 komponierte Chorkantate La Nuit wird selten aufgeführt. Das Werk, sehr leicht im Charakter, lebt von der speziellen Instrumentierung. Die Hauptfiguren spielen der Frauenchor, die Sologeige, die Soloflöte und der Koloratur-Sopran. Der Chor erzählt vom Mysterium der Nacht, die Flöte und die Sopranistin singen ein Duett zu Ehren der Nachtigall.
F. Poulencs Miniatur-Suite Deux marches et un intermède ist sehr vielseitig und repräsentativ für Poulencs Oeuvre, welches oftmals als zu gefällig und amateurhaft abgetan wurde, in Wirklichkeit aber harmonisch sehr tiefgründig und komplex ist und weit über oberflächliche Unterhal-tungsmusik hinausgeht.
L'Hymne à la nuit, eine von J. Noyon stammende Harmonisierung eines Themas aus J. P. Rameaus Oper Hippolyte et Aricie, ist als a-cappella Stück durch den Film Les Choristes einem breiten Publikum bekannt gemacht worden.
Mignon ist eine selten gespielte Oper des französischen Komponisten Ambroise Thomas. Die Polonaise «Je suis Titania» bildet den absoluten Höhepunkt der Oper. Ein Paradestück für Koloratursopranistinnen, in der sich die Sängerin in endlosen Koloraturen und einem brillanten Lichtgefunkel bravourös der Lebenslust und Erotik hingibt.
Lange verband sich mit dem Namen Hector Berlioz die Vorstellung einer ganz bestimmten musikalischen Sprache: «Sinn für das Ungeheuerliche, für das Riesenhafte, wenig Melodie» (Musikalische Saison 1844 Paris). Nichts von dem findet sich in der ‚Trilogie sacrée‘ L'Enfance du Christ. Nach der Uraufführung glaubten viele Leute mit diesem Werk einen vollständigen Wechsel des Kompositionsstils von Berlioz gehört zu haben. Doch das Sujet hat naturgemäß eine schlichte und sanfte Musik hervorge-bracht. «Zwanzig Jahre zuvor hätte ich L'Enfance du Christ genauso geschrieben» (H. Berlioz: Mémoires).
Sonntag, 25. Juni
17 Uhr, Kirche Münsingen
Die Kollekte geht je zur Hälfte an das Wohnheim Belpberg in Münsingen und die reformierte Kirchgemeinde Münsingen. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag.