3. Abendmusik

Ein spannendes Programm erwartet Sie. Das Orchester tritt zusammen mit der virtuosen Violinistin Nevena Tochev auf. Der Dirigent Joel Zeller schreibt dazu:
Caroline Marti,
Enric Morera, aufgewachsen in Barcelona, gilt als der Begründer der musikalischen Moderismus-Bewegung in Katalonien. Er war bekannt als Komponist mit herausragenden kontrapunktischen Fähigkeiten. Sein Werk «Melangia» widerspiegelt seinen typischen oft melancholischen und mystischen Stil. Seine Bewunderung für Richard Wagner ist dabei unverkennbar.

Die Schönheit schlichter Melodien faszinierten den Komponisten Max Bruch ein Leben lang. Die Streicherserenade gehört zu seinen Spätwerken. In ihr griff Bruch auf ein früheres Werk für grosses Orchester zurück, die «Nordland-Suite», deren Grundlage schwedische Volksweisen bilden. In dieser Neubearbeitung verwandelt sich der grosse Orchesterklang in den intimeren, subtilen Klang des Streichorchesters. Beginn und Schluss bildet ein Marsch auf der Grundlage der Melodie eines alten schwedischen Krönungsmarsches. Schwedische Liebeslieder und ein Volkstanz aus der historischen Provinz Dalarna werden in die Mittelsätze hineinverwoben.

«Wenn es ein Wunder in Mozarts Schaffen gibt, so ist es die Entstehung dieses Konzerts», schrieb der Mozart-Biograph Alfred Einstein über das dritte Violinkonzert, KV 216. Im ersten Satz überrascht Mozart durch seine Übernahme von Material aus einem anderen Werk. Hier beruht der einleitende Orchesterabschnitt auf einer Arie aus Mozarts kurz zuvor komponierten Oper «Il re pastore». Als ein Adagio «wie vom Himmel gefallen» beschrieb Einstein den zweiten Satz. Tatsächlich lässt dieser Satz deutlich das immense Talent für melodische Perfektion erkennen, über das Mozart verfügte. Interessant ist auch die «nächtliche» Klangwelt, in der die Orchesterstreicher mit Dämpfern spielen und die Oboen den weicher klingenden Flöten das Feld räumen. Auf den Boden der Tatsachen kommt man dann wieder im dritten Satz zurück, dem Finale. Der Satz ist voll von Themen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die das komplette Gefühlsspektrum abdecken, das sich zwischen göttlicher Harmonie und satanischer Wut befindet.

Joel Zeller

Sonntag, 26. Juni 2022
17 Uhr in der reformierten Kirche Münsingen


Nevena Tochev
Bereitgestellt: 25.05.2022     Besuche: 95 Monat
 
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