4. Abendmusik

Singvögel —  Zeichnung<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-muensingen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>33</div><div class='bid' style='display:none;'>3031</div><div class='usr' style='display:none;'>29</div>

Nachdem die ersten drei Konzerte dieser Saison coronabedingt haben abgesagt werden müssen, freue ich mich, Sie zur vierten Abendmusik einladen zu dürfen. Unter dem Titel «Natur, Tier und Mensch in der Religion» singen und spielen wir zum Lob Gottes und preisen seine Schöpfung. Jan-Martin Mächler schreibt dazu:
Caroline Marti,
«Erfreut euch in Gott, oh ihr Zungen; preiset Gott und das Lamm, Länder und Sprachen und jede Kreatur, in der der Atem Gottes ist. Lass den Menschen und das Tier vor ihm erscheinen und seinen Namen preisen.»
So oder ähnlich könnte man die ersten Zeilen von B. Brittens «Rejoice in the Lamb» übersetzen, dessen Text auf ein Gedicht von Christopher Smart (1722–1771) zurückgeht. Dieses recht eigenwillige Stück, aus dem ausgewählte Teile erklingen werden, war der eigentliche Ausgangspunkt zum heutigen Programm. Die gedanklichen Grenzen, die in der Religion oftmals zwischen dem Menschen und den anderen lebendigen Kreaturen vorherrschen, werden auf teils sehr charmante Weise aufgehoben. So wird darüber sinniert, wie die Katze mit Namen Jeoffrey auf ihre Art den ganzen Tag lang Gott preist, dass die Maus eine Kreatur mit grossem persönlichem Wert sei, oder dass die Blumen ihre eigenen Engel hätten.
In A. Dvoráks «Biblischen Liedern» wird in eindrücklichen Natur-Bildern, mit Wolken, Feuer, Meer und Stürmen, aber auch «mit den leichten Schwingen eines Vogels», dem friedlichen Bild des Hirten oder den stillen Bächen Gottes Macht beschrieben.
Dass auch in J.S. Bachs «Schemelli-Gesangbuch» die Natur immer wieder sehr präsent ist, zeigen die ausgewählten Lieder in Form der «güldenen Sonne», das die Liedersammlung sogar eröffnet, aber auch dem fast schon anrührenden «Schäflein, das ich liebe», dem «Brunnquell aller Güter» oder der «finstern Nacht».
Wie in des Sängers kleinem kompositorischen Beitrag «Sieben kleine Meisen» auf ein Gedicht von Matthias Claudius, erklingt auch in G. Muffats «Toccata sexta» und L.C. Daquins «Le Coucou» allerlei Vogelgezwitscher. In den an Mozart angelehnten Variationen von G. Fischer über ein Lied von Paul Gerhardt (17. Jh.) wird voller Freude die Fülle der Schöpfung gepriesen. Dazwischen erklingen ausgewählte Verse aus Gerhardts Sommerlied.

Sonntag, 23. August 2020 um 17 Uhr
reformierte Kirche Münsingen
Bereitgestellt: 04.08.2020    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch