5. Abendmusik
Sonntag, 8. September um 17 Uhr, Kirche Münsingen
1767 Orgelpfeifen wetteifern zusammen mit 4 Querflöten in Werken von Quantz, Messiaen, Ibert, Debussy und Bach. Zudem gelangt das Werk «Fünf Bilder für Flöte und Orgel» von Franziska Stadelmann zur Uraufführung.
Caroline Marti,
Die Querflöte galt als das Modeinstrument zu Quantz’s Zeit, der als Hofkomponist und Kammermusiker am Hof König Friedrich II von Preussen wirkte. 1752 wurde sein Buch «Versuch einer Anweisung die Flöte traversière zu spielen» gedruckt. Seine Sonate in D-Dur, mit Originaltitel «Trio di Quantz D# pour Clavecin, Flûte traverse e Basse» verdient besondere Beachtung, ist sie doch unter seinen mehreren 100 Flötenkompositionen die einzige mit konzertierendem Cembalo.
Dass sich Messiaen für Vogelgesänge interessierte wird in verschiedenen seiner Werke deutlich, so auch in Le Merle noir. Da es ein Prüfungsstück war, musste der junge Messiaen einiges damit zeigen. So verband er seine Transkriptionen von Amselmotiven mit Elementen der Zwölftontechnik. Später schrieb er das bedeutende Orgelwerk Chants d’oiseaux.
Ibert und Messiaen pflegten eine rege Bekanntschaft. Mit seinen Histoires für Klavier erlangte Ibert grosse Bekanntheit. Der berühmte französische Flötist Marcel Moyse erntete mit seiner Transkription des Werks für Flöte und Klavier grossen Erfolg. Kurze Stücke – melancholisch, witzig, stürmisch – erzählen kleine Geschichten von der Anführerin der goldenen Schildkröten, dem kleinen weissen Esel, dem traurigen Haus und dem kristallenen Käfig.
Meditativ, tiefgründig, fröhlich und quirlig entstehen die fünf Bilder für Querflöten und Orgel aus dem Ton E'', umspielen ihn und kehren immer wieder darauf zurück. Der Ton E" steht hier für eine Brücke zur Quelle allen Lebens und zur Ewigkeit. Die Melodien der Bass- und Altflöte, der Querflöte und dem Piccolo werden oft von Ostinati der Orgel untermalt.
Debussy komponierte Syrinx für Flöte solo ursprünglich als Bühnenmusik. Der Titel des Stückes bezieht sich auf den antiken griechischen Mythos der Nymphe Syrinx. Auf der Flucht vor dem Hirtengott Pan wurde sie in Schilfrohr verwandelt. Daraus setzte Pan dann eine siebentönige Flöte zusammen, auf der er seine Sehnsucht nach Syrinx beschwor.
Rund um die Entstehungsgeschichte von Bachs Sonate in h-Moll für Flöte und obligate Orgel gibt es viele offene Fragen. Der Komponist verbindet in den drei Sätzen eine grosse formale und thematische Vielfalt, und weiss diese gekonnt zu einer Einheit verschmelzen zu lassen.