1. Abendmusik

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Sonntag, 5. Mai um 17 Uhr, Kirche Münsingen
Das Orchester Münsingen spielt unter der Leitung von Jérôme Faller Werke von Johann Sebastian Bach, Frank Martin und Felix Mendelssohn. Solist ist der Cembalist Vital Julian Frey. Der Dirigent schreibt zum Programm:
Caroline Marti,
333 Jahre alt wäre Johann Sebastian Bach (1685–1750) am 21. März 2018 geworden. Diese dreifache Dreifaltigkeit verdient doch eine Hommage. Bach wird heute in der ganzen Welt gefeiert. Nach seinem Tod im Jahre 1750 ist es aber anders. Sein Stil wirkt im Vergleich zu dem seiner eigenen Söhne veraltet. Der Meister ist gestorben, seine Musik wird nach wie vor studiert, aber nicht mehr gespielt.
Erst 1829 wagt sich ein junger Komponist und Dirigent, dem Leipziger Publikum die Matthäus-Passion wieder zu präsentieren. Der junge Musiker heisst Felix Mendels-sohn Bartholdy (1809–1847). Er kennt das Werk Bachs schon lange und beschäftigt sich bereits in seinen ersten Kompositionen mit der Kunst der Fugen. Die 10. Streichersymphonie wird 1823 vollendet. Mendelssohn ist also 13-jährig und jubelt, die Tonart nach Quinten-Zyklus wechseln zu können, schnelle und noch schnellere Tempi zu meistern: ein Freudenschrei eines hochbegabten, spontanen und etwas ungeordneten Kindes, das in Harmonie und Kontrapunkt wundervolle Spielzeuge entdeckt.
Ein Jahrhundert später bleibt Bach eine absolute Referenz für den Schweizer Komponisten Frank Martin (1890–1974). Der Ursprung seiner Faszination ist – wie für Mendelssohn – die Matthäus-Passion, die er mit 12 Jahren entdeckt. Diese Begegnung führt, 50 Jahre später, zum Golgotha, zu seiner eigenen Passion-Erzählung. Die Pavane Couleur du Temps (1920) ist eine poetische Hommage an das Continuo und den Kontrapunkt.
Die Kunst der Fuge ist das allerletzte Werk Johann Sebastian Bachs. Das unvollendete Manuskript wird 1751 vom Sohn Carl Philipp Emmanuel veröffentlicht und stellt den Schlussstein des deutschen Barocks dar.
Neben den 3 Sätzen des Cembalokonzerts in d-moll BWV 1052 stehen also 3 Werke von 3 Komponisten aus 3 Jahrhunderten auf dem Programm, in Gedenken an die Vaterfigur der westlichen Musik, den von den Musikern liebe- und respektvoll genannten «Vater Bach».

Jérôme Faller
Autor: Caroline Marti     Bereitgestellt: 12.04.2019    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch