Senioren und Seniorinnen Herbstausflüge 2018

"Sonnenterrasse" in Le Roslelet<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-muensingen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>322</div><div class='bid' style='display:none;'>2443</div><div class='usr' style='display:none;'>103</div>

Wie jedes Jahr lud die Kirchgemeinde zu den Herbstausflügen ein. Dieses Jahr starteten wir jeweils bereits am Morgen, ungefähr um 10 Uhr. Die Reise führte durch dünn besiedelte Gebiete des Berner Juras und den Kanton Jura. Stellvertretend für alle Reisen steht unten ein Bericht, der sich auf den 22. August 2018 bezieht. Die späteren Reisen verliefen ähnlich mit einer Ausnahme: das Wetter blieb trocken.
Eve Jung,
Den Jura entdecken: Die Fahrt führt uns durch malerische Gegenden mit typischen Juraweiden, lichten Wäldern und pittoresken Kalksteinfelsen. Auch Tieren begegnen wir, zuerst den zotteligen Bisons, Eseln und Pferden. In der Bison Ranch gibt es ein typisches Mittagessen mit einem Nidlecornet zum Dessert. Nach der Stärkung fahren wir ins Pferdealtersheim „Le Roselet“. Hier verbringen Pferde ihren Lebensabend. Jedes Jahr kommen ein paar Fohlen aus der Freiberger-Zucht dazu. Nach einer Stärkung führt der Ausflug zu berühmten Kirchenfenstern, wo eine Kurzandacht die Reise abschliesst.

So lautete die Einladung zu den diesjährigen Herbstausflügen, welche zwischen dem 22. August und 19. September durchgeführt wurden.
Am 22. August fuhren wir mit zwei Cars in Tägertschi und Münsingen los. Die Stimmung war lebendig, die Sonne schien und die Temperatur im Car war angenehm.
Immer wieder hörte ich „oh ist das schön hier“ oder „da waren wir auf der Schulreise“ oder auch „jedes Jahr bin ich mit meiner Familie hierher gefahren“. Die Carchauffeure wussten dieses und jenes zu erzählen, Sebastian Rüthy ergänzte mit geschichtlichem Wissen und so verging die Zeit während der Fahrt in den Jura wie im Flug. Der Car überwand die ca. 800 Höhenmeter in sanften Steigungen und dann waren sie da: die zottligen Bisons. Es war eine grosse Herde mit ungefähr fünfzig Tieren. Vom Kalb bis zum mächtigen Stier bildeten sie einen friedlichen Verband. Beim Betrachten der Tiere wurde es mir selber ganz friedlich zumute und ich entspannte mich zusehends.
Da es schon fast Mittag war, freuten wir uns aufs Mittagessen. Es waren lange Tischreihen vor der Remise aufgestellt und wir warteten gespannt auf das Essen: da kamen grosse Salatschüsseln, noch warmes Brot aus dem Holzofen, Platten mit geschnittenem Schinken, welcher auch über dem Feuer gegrillt worden war, feiner Jurakäse aus der Bergkäserei in Nods, Rösti aus der Eisenpfanne und als Spezialität Bisonterrine. Das Essen mundete in der Höhenluft und es hatte etwas Familiäres mit den Platten auf den Tischen. Man reichte sich die Schüsseln oder schöpfte gleich für die Tischnachbarn. Zum Abschluss gab es dann das typisch Jurassische Nidlecornet. Wir waren uns einig: es war richtig fein, urchig und die kleine Note des Feuers gab dem Essen das gewisse Etwas.
Gesättigt und guter Dinge fuhren wir weiter über Orvin, Frinvillier, Péry la Heute, Tavannes, Tramelan nach le Breuleux. Leider wurde es immer dunkler am Himmel und ein Gewitter baute sich auf. Just in dem Moment, als wir im Pferdealtersheim aus dem Car stiegen, ging der Regen nieder. Viele hatten keinen genügenden Regenschutz dabei, so organisierte ich Schirme damit alle einigermassen trocken in die Ställe kamen. Den Eseln, Pferden und Ponys machte der Regen nichts aus. Sie schienen sich an der kurzen Abkühlung zu erfreuen. Das von der Kirchgemeinde offerierte Zvieri – entweder ein kleiner Jurateller oder ein Brombeerkuchen – stärkte uns dann für die Weiterreise. Das Wetter klarte wieder auf und wir fuhren durch frisch gewaschene Juraweiden nach Lajoux. Allerlei Kuhrassen begegneten uns unterwegs, sei es das Schottische Hochlandrind, verschiedene Europäische Kuhrassen oder schwarze Kühe mit einem weissen Streifen um Bauch und Rücken.
In der katholischen Kirche in Lajoux genossen wir Gastrecht und hielten eine Kurzandacht, welche von der jeweiligen Pfarrperson gehalten wurde. Die Kirche ist – meiner Ansicht nach – auf eine sehr gelungene Art renoviert und erneuert worden: So sind neben hochmodernen meditativen Kirchenfenstern von Coguf (alias Ernst Stocker), welche das Leben Jesus Christus aus Sicht seiner Mutter darstellen, Bilder aus dem Mittelalter zu sehen. Die Kirche wurde 1970/71 renoviert und erweitert: Der Chor wurde neu gebaut, eine neue Orgel wurde installiert und auch der Boden im Chor wurde mit neuem Marmor gestaltet. Auch hier findet sich Altes aus dem Jahr 1809 neben Neuem aus dem Jahr 1970, respektive 1972.
Bevor wir in den Car einstiegen, machten wir einen kurzen Spaziergang über den Friedhof mit seinen vielen aussergewöhnlichen Grabsteinen. Auch hier begegneten wir ganz Altem und Hochmodernem; Ästhetischem und Kitschigem, jedoch immer hervorragenden Steinmetzarbeiten.
Auf der Heimfahrt kamen wir am Kloster Bellelay vorbei, welches ursprünglich den Tête-de-Moine Käse hergestellt hat. Rund um die Käserei waren bis zu drei Meter hohe Strohfiguren ausgestellt. So staunten wir auch während der Heimreise immer wieder und konnten viele unterschiedliche Eindrücke mitnehmen. Eine Teilnehmerin sagte mir: „Das war der schönste Ausflug, den ich jemals mit der Kirchgemeinde gemacht habe!“
Herbstausflüge 2018
51 Bilder
Fotograf/-innen Fredy Schneckenburger, Eve Jung
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Autor: Eve Jung     Bereitgestellt: 24.10.2018     Besuche: 28 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch