Besuch der Kirche Scherzligen mit ihren Lichtphänomenen

P1010052 —  Im Kirchenschiff werden die Fresken beleuchtet.<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-muensingen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>298</div><div class='bid' style='display:none;'>2218</div><div class='usr' style='display:none;'>24</div>

Am 21. Juni, am längsten Tag des Jahrs, besuchte frühmorgens eine Gruppe von Münsingen die Sonnenaufgangsfeier in der Kirche Scherzligen. Vor der Kirche warteten wir auf den Sonnenaufgang. Wäre es an diesen Morgen ganz klar gewesen, wäre die Sonne in einem kleinen Einschnitt in den Hügeln auf der gegenüberliegenden Seite der Aare aufgetaucht. Der Dunst war zu gross an diesem sonst so klaren Morgen, so dass uns Pfarrer Markus Nägeli in die Kirche führte. Wir nahmen im Chor Platz und warteten auf das Erscheinen des Sonnenlichts.
Markus Zürcher,
Mit etwas Verspätung überwand die Sonne den Dunst am Horizont und schien in die Kirche. Das Licht des mittleren Fensters scheint am 21. Juni in Längsrichtung der Kirche zur Eingangstüre. Markus Nägeli erklärte, wenn man diese Linie verlängern würde, so würde man auf die Kirche Amsoldingen treffen. Und von Amsoldingen liesse sich in Längsrichtung der Kirche eine Linie ziehen, welche die Kirche Hilterfingen treffen würde. Und von Hilterfingen liesse sich in nördwestlicher Richtung wiederum eine Linie ziehen, so dass man auf die Kirche Scherzligen treffen würde. So weisen die drei Kirchen aufeinander und formen in der Landschaft ein Dreieck.
Es war mir an diesen Morgen nicht möglich, alles aufzunehmen, was uns Markus Nägeli während und nach der Feier über die Kirche erzählt hat. Wir haben Lieder gesungen, es wurden Texte vorgelesen – doch am eindrücklichsten war für mich ein Lichtphänomen, das man wohl nur in der Kirche Scherzligen beobachten kann. Die Sonne scheint nicht nur direkt in die Kirche, sie scheint auch in die Aare und spiegelt sich darin. Das reflektierte Licht trifft in einem andern Winkel auf die Kirche und macht, dass die Umrisse des Fensters als Lichtschein über dem Chorbogen zu sehen ist. Dieses reflektierte Licht kann man nicht fotografieren, denn es bewegt sich und macht einen sehr lebendigen Eindruck. Die Wellen der Aare sind die Ursache dafür. Ich habe noch selten so was Schönes erlebt! Dieses Flackern, diese Lebendigkeit! Man fühlt sich erinnert an die Worte Jesu: „Ich bin das Licht der Welt“. Gleichzeitig merkt man: Da lebt etwas, dieses lebendige Licht! Unbeschreiblich!
Die Erbauer der Kirche, unter anderen die Mönche aus dem Kloster zur jungen Frau in Interlaken, haben sich etwas überlegt, als sie diese Kirche durch den Bau des polygonalen Chors und ihren Fenstern erweiterten.
Der Besuch der Kirche Scherzligen am 21. Juni hat so begeistert, dass einige fanden, sie möchten auch die Morgenfeier am 15. August, an Maria Himmelfahrt, miterleben. Ein Mail genügte und wir waren 11 Personen aus Münsingen, die auch an dieser Feier teilnahmen.
Am 15. August scheint die Sonne so in die Kirche, dass der Wiederschein der Sonne in der Aare durch das südöstliche Fenster im Chor genau in der Mitte des Chorbogens eine Lichtgestalt bildet. Ist es Maria mit Krone? An Maria Himmelfahrt macht das Sinn. Es scheint, dass dies durch die Erbauer so gewollt ist. Durch denselben Widerschein der Sonne in der Aare werden an diesem Tag im Kirchenschiff die Fresken beleuchtet, die vom Leben der Maria erzählen. Das Licht wandert mit der Zeit und beleuchtet nach und nach einen Teil der Bilder so wie man die Geschichte lesen muss.
Wiederum waren wir sehr begeistert von der Feier. Markus Nägeli verstand es Sachinformationen und liturgische Teile so miteinander zu verbinden, dass alle wussten, worum es geht und die liturgische Feier doch nicht gestört wurde. Herzlichen Dank dafür!
Wer mehr über die Kirche wissen möchte besuche die Webseite über die Kirche Scherzligen:
http://www.scherzligen.ch/startseite/kirche-scherzligen/geschichte/
Autor: Markus Zürcher     Bereitgestellt: 17.08.2017     Besuche: 14 Monat
 
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