Pfarrteam Münsingen

Entwicklungshilfe des Bundes vermeidet Krieg und neue Flüchtlingsströme

02: Ban Ki-moon bei der Verabschiedung der Agenda 2030 in New York (Foto: DEZA)

02: Ban Ki-moon bei der Verabschiedung der Agenda 2030 in New York (Foto: DEZA)

Am 22. Januar hatte ich Gelegenheit, die Jahreskonferenz der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Zürich zu besuchen. Ich tat dies im Rahmen der Kommission für Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit der Kirchgemeinde.
Markus Zürcher,
Prominente Gäste eröffneten die Veranstaltung. Bundesrat Didier Burkhalter sagte, was die Weltgemeinschaft in den Vergangenen Jahren schon alles erreicht hat:
• Die extreme Armut [= weniger als USD 1.25/Tag] wurde gegenüber 1990 halbiert.
• Auch die Anzahl Kinder, die keine Schule besuchen, konnte fast halbiert werden.
• Dasselbe gilt für die Müttersterblichkeit, die seit 2000 weltweit um fast 50 Prozent reduziert werden konnte.
• Die Kindersterblichkeit (unter 5 Jahren) sank in dieser Zeit um mehr als die Hälfte.
• Die Anzahl Menschen mit Zugang zu fliessendem Trinkwasser konnte auf 4.2 Milliarden Menschen erhöht und somit fast verdoppelt werden.

Die Schweiz war im vergangenen Jahr massgeblich beteiligt:
• beim Nuklearabkommen mit dem Iran
• beim Abschluss eines neuen Rahmenwerks für die Reduktion von Katastrophenrisiken
• bei der Verabschiedung der Addis Abeba Aktionsagenda, welche die Grundlage für die Umsetzung und Finanzierung der nachhaltigen Entwicklung bildet. Damit wurde auch der Grundstein gesetzt für den erfolgreichen Verhandlungsabschluss zur Agenda 2030 im September in New York
• Gekrönt wurde das Jahr mit dem Klimaabkommen in Paris

Nun geht es um die Umsetzung der 17 Ziele der Agenda 2030 für die nachhaltige Entwicklung.
https://www.eda.admin.ch/post2015/de/home/ziele/die-17-ziele-fuer-eine-nachhaltige-entwicklung.html
Die Schweiz ist führend in den Zielen 5, Geschlechtergleichheit / 6, Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen und 16, Freiden, Gerechtigkeit und starke Instituionen.

Anschliessend hielt UNO-Generalsektretär Ban Ki-moon eine Rede. Er dankte der Schweiz für die guten Dienste und lobte sie dafür, dass sie schon begonnen hat mit der Umsetzung der neuen Ziele der Agenda 2030. Die Umsetzung der Ziele brauchen auch Geld. Er machte deutlich, dass es sehr wichtig sei, die Ziele zu erreichen. Er wies darauf hin, dass Europa und die Schweiz viel zu tragen hätten mit der humanitären Betreuung der Flüchtlinge. Die Ziele der Agenda seien aber genau so wichtig. Es seien zwei Aufgaben und man dürfe nicht die eine gegen die andere ausspielen. (Er drückte sich sehr diplomatisch aus. Es wurde jedoch klar, dass er befürchtete, die Schweiz könnte die Gelder der Entwicklungshilfe kürzen und sie der Flüchtlingsbetreuung zuweisen.) (Wenn wir in der Kirchgemeinde merken, dass eine besondere Not eine Kollekte erfordern würde, aber im Kollektenplan schon ein Zweck vorgesehen ist, so kann es sein, dass wir zu einer doppelten Kollekte aufrufen.)
Fazit: Sein Dank für alle Anstrengungen der Schweiz war gross, dennoch rief er zu einer doppelten Anstrengung auf.

Im Verlaufe des Tages wurden etliche Beispiele der Entwicklungshilfe gezeigt. Ein Projekt möchte ich hier näher darstellen:
Die Schweiz, das Wasserschloss Europas, hat viel Erfahrung im Umgang mit Wasser. Wegen des Klimawandels wird es in einigen Ländern sehr trocken, z.B. im Tschad. Das Wasser, das es in einigen Monaten regnet, muss für das ganze Jahr reichen. In den letzten Jahren sank jedoch das Grundwasser sehr stark, so dass die Landwirtschaft kaum mehr Erträge brachte. Die Schweiz baute in vielen Flüssen Schwellen ein, die das Wasser länger zurückhält. Dadurch wird die Erosion gestoppt, das Wasser hat länger Zeit ins Grundwasser zu gelangen und die Brunnen entlang der Flüsse sind wieder voll. Dank den Erträgen der Landwirtschaft schwindet der Hunger und die Armut und die Bevölkerung vermag die Kinder in die Schule zu schicken.
Der Tschad hat auch ein Sicherheitsproblem wegen Boko Haram, was den Handel und die wirtschaftliche Entwicklung lähmt. Wo jedoch Wasser und Hoffnung auf eine gute Zukunft vorhanden ist, hat Boko Haram keine Chance zur Rekrutierung von Menschen.
Entwicklungshilfe vermeidet damit Krieg und Gewalt und neue Flüchtlingsströme!
DEZA
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Bereitgestellt: 28.01.2016