Geschichte über die Kirche Kleinhöchstetten

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Kirche Kleinhöchstetten alt, hinten

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Kirche Kleinhöchstetten umgebaut

Kirche Kleinhöchstetten, Wandbild<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-muensingen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>37</div><div class='bid' style='display:none;'>193</div><div class='usr' style='display:none;'>110</div>

Kirche Kleinhöchstetten, Wandbild

Früheste Bemühungen, die 1534 profanierte Kirche Kleinhöchstetten als historisches Denkmal der Nachwelt zu erhalten, gehen zurück in die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts; es kam dazu, nachdem 1939 das mehr und mehr zerfallende Gebäude auf Abbruch ausgeschrieben worden war.
1952 dann, im Jahr, in dem Teile des Dachstuhls einstürzten, schrieben Sekundarschüler einer Klasse aus Worb, die mit ihrem Lehrer, Ernst Aebi, der Kirchenruine einen Besuch gemacht hatten, dem Obmann des Berner Heimatschutzes; sie baten darum, für die Erhaltung des Baudenkmals besorgt zu sein. Der Appell wurde gehört, und die alte Kirche erhielt fürs erste ein Notdach. Ende 1953 erwarb die bernische Evangelisch-reformierte Landeskirche das Grundstück mit der Kirchenruine: die Wiederherstellung und die Wiedereinsetzung in den ursprünglichen Dienst konnten in die Wege geleitet werden. Der Schweizerische Nationalfonds finanzierte in der Folge die Ausgrabungen zur Freilegung des ursprünglichen Grundrisses, die vom Berner Archäologen Professor Dr. Paul Hofer geleitet wurden und im Innern des Schiffs die Fundamente eines ersten kleinen Kirchleins aus karolingischer Zeit zutage förderten. 1962 ging die Kirchenparzelle in Kleinhöchstetten an die Kirchgemeinde Münsingen über, wobei der Synodalrat mit der Schenkung die Bedingung verband, die Kirche wieder dem gottesdienstlichen Zweck zuzuführen. Unter der Leitung des in Heimatschutzaufgaben besonders bewanderten Berner Architekten Alfred Schaetzle wurden die Restaurationsarbeiten 1963 an die Hand genommen und nach dreijähriger Bauzeit vollendet.
Die Geschichte der Kirche Kleinhöchstetten reicht zurück in die Anfänge des Christentums im Kanton Bern. Schon in der Zeit des 7./8. Jahrhunderts gab es in Kleinhöchstetten eine erste kleine Kirche. Der bestehende und jetzt restaurierte Bau wurde durch neue Ergebnisse während der Wiederherstellung (Nischenkranz an der Apsis-Aussenfront) für das frühere oder mittlere 10. Jahrhundert gesichert; damit ist Kleinhöchstetten der älteste aufgehend erhaltene Sakralbau im deutschsprachigen Teil des Kantons Bern. Kirchengeschichtlich ist Kleinhöchstetten von Bedeutung als Geburtsstätte der bernischen Reformation. In der Wallfahrtskirche von Kleinhöchstetten predigte in der Zeit des Übergangs vom alten zum neuen Glauben von 1498 bis 1522 der deutsche Messpriester Hans Wecker und von 1522 bis 1525 der aus Landsberg in Bayern stammende Pfarrer Jörg Brunner wider Ablasshandel und Papsttum. Wecker wurde abberufen, Brunner vom Rat zu Bern vor Gericht gestellt, das den streitbaren Reformator, der sich wortgewaltig und blendend unter Berufung auf die Heilige Schrift verteidigte, freisprach. Allein drei Jahre später – im Rat zu Bern waren vorübergehend wieder die Gegner des neuen Glaubens obenauf gekommen – kam es auch zur Abberufung Brunners. 1528 nahm anlässlich der Disputation in Bern der letzte Pfarrer von Kleinhöchstetten den neuen Glauben an, und damit war das Schicksal der Wallfahrtskirche besiegelt: sie wurde 1534 geschlossen. Bis in unsere Zeit hinein war das Gotteshaus seinem kirchlichen Zweck entfremdet; zuerst diente es als Wohnraum, später dem Besitzer, einem Landwirt, als Wagen- und Werkzeugschopf. Jetzt hat es seine alte, ihm historisch und kirchlich zustehende Würde zurückerhalten; es wurde am Sonntag, dem 15. Mai 1966, eingeweiht und dient seither als Gotteshaus.
Autor: Sandra Altherr     Bereitgestellt: 08.03.2018     Besuche: 15 Monat
 
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