Oekumenische Kampagne "Brot für alle" und "Fastenopfer"

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Werde Teil des Wandels –
gemeinsam für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben.
www.sehen-und-handeln.ch
Andreas Lüdi-Räth,

Wandel - weshalb?
«Wir stehen an einem kritischen Punkt der Erdgeschichte, an dem die Menschheit den Weg für ihre Zukunft wählen muss. Wir haben die Wahl: Entweder bilden wir eine globale Partnerschaft, um für die Erde und füreinander zu sorgen, oder wir riskieren, uns selbst und die Vielfalt des Lebens zugrunde zu richten.»
Diese eindringliche Aussage steht im Vorwort der Erdcharta, einem von der Unesco mit Beteiligung fast aller Völker verabschiedeten Dokument. Ähnliche Warnungen haben der Ökumenische Rat der Kirchen und Papst Franziskus in der Enzyklika «Laudato Si’ und die Sorge um unser gemeinsames Haus» vorgetragen.
Die Botschaft ist sonnenklar: Wir müssen etwas ändern in unserer Beziehung zu Natur und Erde, in unserer Produktionsweise, unseren Konsumgewohnheiten und letztlich in unserem Bewusstsein und in unseren Herzen. Diesmal gibt es nicht mehr eine Arche Noah, die einige retten kann und die anderen zugrunde gehen lässt. Entweder retten wir uns alle oder wir gehen einer unvorstellbaren sozio-ökologischen Katastrophe entgegen.
Es braucht dringend und zwingend einen Wandel - und wir können ihn gemeinsam schaffen!

Wandel - aber wie?
Die drei Aspekte der Krise – ökologisch, ökonomisch und sozial – sind nichts anderes als verschiedene Facetten ein und desselben systemischen Umbruchs. Unsere Art der Entwicklung stösst an die Grenzen des Planeten und des Menschen. Politische Massnahmen, Rechtsreformen und technische Innovationen sind nötig. Sie genügen jedoch nicht, denn sie packen das Problem nicht an seinen spirituellen und kulturellen Wurzeln. Sie sind mit einem Werte- und Rollensystem verbunden, das eher auf der Zunahme von materiellen Gütern als auf der menschlichen Entwicklung beruht, eher auf Konkurrenz als auf Zusammenarbeit, auf Ausbeutung statt auf Respekt.
Es ist darum notwendig, dass wir auf ethische Kriterien zurückgreifen, denen auch die wissenschaftliche Praxis, die Massnahmen und Reformen, zu unterwerfen sind. Und es tut dringend not, das Herz wachzurütteln. Das Herz ist es, das uns zum Handeln motiviert und Mitleid, Solidarität und Liebe hervorruft.
Es ist an der Zeit, einen grundlegenden Wandel zu vollziehen, als Gemeinschaft zu einer neuen Haltung zu finden. An einer neuen Erzählung mit zu schreiben, wie der indische Denker Satish Kumar fordert. Schon immer, so sagt er, liessen sich Menschen von hoffnungsvollen Geschichten, einer guten Nachricht überzeugen, die sie zum Handeln animierten. Im Gegensatz dazu stehen die alten Erzählungen, die Angst machen und lähmen, Wandel verunmöglichen.

Was bedeutet "Neue Erzählung"
neue Erzählung - alte Erzählung
Werte: sein (innerlich) - haben (äusserlich)
Beziehung: Altruismus, Solidarität - Egozentrik, Individualismus
Ideale: Leben in Beziehungen - Konsum
Rolle: Büger/in - Homo oeconomicus
Motor: tiefe Sehnsucht - Verlangen und Ängste
Lebensstil: Bescheidenheit - Anhäufung
Konsum: verantwortlich (bewusst, lokal, bio, Qualität) - unverantwortlich (Preis drücken, uninformiert, Quantität, Überfluss)

Wir alle schreiben mit unserem Leben mit an einer Erzählung, ob wir dies bewusst oder unbewusst tun. Die diesjährige Kampagne von Brot für alle und Fastenopfer regt uns an, bewusst an der neuen Erzählung mit zu schreiben, getragen von Bildern der Hoffnung, die uns stärken und ermutigen:
• die Erde kann uns alle ernähren
• die Wirtschaft kann dem Leben dienen
• Genügsamkeit kann glücklich machen
• der Mensch kann sich ändern

Lassen wir diese Bilder ihre Wirkung entfalten, so entwickelt sich in uns eine neue Haltung, ein neues Bewusstsein. Das Bewusstsein einer Verbundenheit aller Geschöpfe, einer Bezogenheit aller auf eine Schöpfer-Kraft, die wir in jüdisch-christlicher Tradition Gott nennen.
Diese neue, hoffnungsvolle Erzählung findet sich bereits in den Geschichten des Alten und Neuen Testaments. Sie ist uns als Schatz geschenkt und wir dürfen sie wieder entdecken! Aus dieser spirituellen Haltung ergeben sich konkrete Handlungen, die dann aber nicht als Müssen verstanden werden, sondern ganz selbstverständlich folgen, weil sie mit unserem Sein im Einklang sind.

Wandel - konkret
Es gibt viele Beispiele, an der neuen Erzählung mit zu schreiben!
Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt der Kampagne von Brot für alle und Fastenopfer in der Palmöl-Produktion und ihren zerstörerischen Auswirkungen für Mensch und Umwelt in den Produktionsländern. Viele Menschen haben daraufhin ihre Einkaufsgewohnheiten hinterfragt und versuchen, palmöl-frei zu geniessen. Diese Entscheide spüren die Händler, sie bieten vermehrt palmöl-freie und / oder Produkte mit fair und biologisch produziertem Palmöl an.
Das Beispiel zeigt, dass es möglich ist, etwas zu verändern - durch die Veränderung des eigenen Verhaltens und in solidarischem Miteinander.

In unserer Gegend gibt es verschiedene Organisationen, die versuchen, im Sinne der neuen Erzählung etwas beizutragen zum Wandel: Landwirtschaftsinitiativen, Bewegungen, die Gegenentwürfe zur Wachstums-Hypothese entwerfen. Länger schon besteht auch die Möglichkeit, genossenschaftlich Autos zu nutzen. Und es gibt viele Aktionen mehr!
Wir können uns ermutigen lassen von diesen Aktionen und den Menschen, die dahinter stehen. Wir können uns anstecken lassen, unsere Wert, Ideale und unseren Lebensstil zu hinterfragen und lustvoll an der neuen Erzählung mit zu schreiben.
Wir alle können nachhaltig konsumieren, unsere Mobilität überdenken und grundsätzlich unsere Beziehung zu Natur und Mensch.
Tragen wir also das bei, was wir können. Es ist mehr, als wir zuerst vielleicht denken mögen. Aus uns einzelnen werden viele - wird etwas Neues. Werden wir Teil des Wandels – gemeinsam für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben.

Kommission OekumeneMissionEntwicklung (OeME)


Veranstaltungen zur oekumenischen Kampagne
Suppentag Trimstein
Samstag, 17. Februar 2018, ab 11.15 Uhr, Schulhaus Trimstein

Gottesdienst zur Eröffnung der Kampagne BFA FO
Sonntag, 18. Februar 2018, 10 Uhr, ref. Kirche Münsingen

Filmabend "Voices of Transition"
Mittwoch, 21. Februar 2018, 19.30 Uhr, kath. Pfarreizentrum Münsingen

Fastenwoche
Freitag, 2. März 2018 - Freitag 9. März 2018, täglich um 19 Uhr, Chappeli Münsingen

Rosenverkauf
Samstag, 10. März 2018, 9 -12 Uhr, Münsingen

Suppentag Münsingen
Samstag, 10. März 2018, ab 11 Uhr, ref. Kirchgemeindehaus Münsingen

Suppentag Tägertschi
Samstag, 10. März 2018, ab 11 Uhr, Schulhaus Tägertschi

Gottesdienst mit SuppenSonntag Rubigen/Allmendingen
Sonntag, 18. März 2018, 10 Uhr und ab 11.15 Uhr, Kirche und Schärme Kleinhöchstetten
Autor: Andreas Lüdi-Räth     Bereitgestellt: 05.02.2018     Besuche: 28 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch